| Chronologie |
| 1292 |
Erstes Krankenhaus |
| 1380 |
Erste Schule |
| 1494 |
Erste Apotheke |
| 1534 |
Die erste Papiermühle
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| 1544 |
In Hermannstadt wird das erste Buch in
rumänischer Sprache gedruckt |
| 1551 |
Konrad Haas experimentiert
die erste Stufenrakete der Welt |
| 1671 |
In der Umgebung wird Methangas entdeckt |
| 1782 |
Der Chemiker Franz
Joseph Müller entdeckt das Tellur |
| 1795 |
Der älteste Blitzableiter aus S-O Europa
wird in Hermannstadt aufgestellt |
| 1817 |
Eröffnung des Brukenthalmuseums |
| 1852 |
Der Bischof Andrei
Saguna gründet die erste rumänische Druckerei, wo ab 1853
bis heute, die Zeitschrift "Telegraful Român"
ununterbrochen erscheint |
| 1859 |
Wird in Hermannstadt die erste gußeiserne
Liegebrücke in Südosteuropa erbaut. Im Volksmund erhält
sie den Namen ?Lügenbrücke?. |
| 1861 |
"Astra" (Siebenbürgischer
Verein für Literatur und Kultur des rumänischen Volkes),
wird unter dem Vorsitz des Bischofs Andrei Saguna gegründet.
Der Vorstand besteht aus Timotei Cipariu, Gheorghe Baritiu
und Visarion Roman. |
| 1896 |
In Hermannstadt wird das Elektrizitätswerk
eröffnet. Am Zoodt/Sadu wird das erste Wasserkraftwerk
des Landes erbaut |
| 1897 |
Aus Zoodt/Sadu wird
die erste (18 kmlange/4kw ) elektrische Leitung in diesem
Teil Europas gelegt. |
| 1898 |
Am 28. März wird im Theater das erste
Kinematograph vorgeführt. |
| 1904 |
Am 3. August nimmt
die geleislose elektrische Straßenbahn den Betrieb auf. |
| 1989 |
Während der Dezemberrevolution, erhoben
sich die Hermannstädter vier Tage nach den Temeswarern
gegen den kommunistischen Terror und brachten bedeutende
Menschen- und materielle Opfer. Nachdem die kommunistische
Macht abgeschafft wurde, und die Ruhe sich allmählich
im Land verbreitete, kämpfte man in Sibiu noch etwa 10
Tage weiter. Hermannstadt gilt als ?Märtyrer - Stadt"
und gehört zu den 3 ersten Städten, die enorme Opfer brachten,
um die Freiheit in Rumänien wiederherzustellen. |
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In der Nähe Hermannstadts, in Cedonia
(Hammersdorf (Gusterita)) gab es eine rumänische Ansiedlung,
die allerdings noch nicht systematisch erforscht ist.
In der Fachliteratur kennt man das so genannte Donarium
aus Birthälm (Biertan) dessen lateinische Inschrift, 'Ego
Zenovius votum posui' (?Ich, Zenovius habe diese Spende
gemacht?) die Existenz einer romanisierten Bevölkerung
auf dem Gebiet Dakiens nach dem Fortgang der Römer (271
n. Chr.) belegt. Diese Bevölkerung hat die Völkerwanderungen
unter ungünstigen Bedingungen überlebt, dabei die Täler
des Alt, Zibin, Hambach und der Kokel bis in die heutige
Zeit bevölkert.
Die erste urkundliche Nennung des Hermannstädter Gebietes
datiert vom 20. Dezember 1191, als Papst Celestin III.
die Existenz einer freien Gemeinde der Deutschen in Siebenbürgen
bestätigt: ein Vikariat mit Sitz in Hermannstadt.
Die Goldene Bulle des Königs Andreas II. aus dem Jahre
1224 erneuerte eine Reihe von Privilegien für die deutschen
Kolonisten (die während des gesamten Mittelalters bestehen
blieben, einige sogar bis 1876).
1302 markiert den Beginn der Organisation der Sachsen
in Stühle, dabei wird Hermannstadt als der erste Stuhl
genannt und im Jahre 1355 wird die Provinz Hermannstadt
mit den sieben Stühlen urkundlich attestiert.
Zunächst noch unter der Bezeichnung Hermannsdorf im Jahre
1321, erhält der Ort in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts
das Attribut einer Stadt. So wird in einem Dokument aus
dem Jahre 1366 zum ersten Mal die Bezeichnung Hermannstadt
verwendet. Zum Ende des 15. Jahrhunderts wird die so genannte
sächsische Universität an der Spitze der Verwaltungshierarchie
für alle Sachsen gegründet. Sie wird von einem königlichen
Richter geleitet, später dem Sachsenkomes. Der Rechtssprechung
der sächsischen Universität wurden später auch die rumänischen
Dörfer als so genannte Stuhlsvororte unterstellt, wo keine
Sachsen lebten (T. Nägler)
Die mittelalterliche Zeit ist in Hermannstadt geprägt
von einer fortlaufenden wirtschaftlichen Entwicklung,
gekennzeichnet durch die Aktivitäten der Zünfte. Deren
erstes Statut (1376) zählt 19 Zünfte mit 25 Gewerken;
im 16. Jahrhundert existierten Zünfte (z.B. die Schuster),
zu deren Mitgliedern auch Meister des Altreiches (?Tara
Romaneasca?) oder der Moldau gehörten. Die Anzahl der
Zünfte ist allmählich gewachsen, so gab es in der zweiten
Hälfte des 16. Jahrhunderts 29 Handwerkszünfte, gegen
1780 werden 40 beurkundet zu einer Zeit, in der die Bedeutung
der Manufakturen bereits deutlich gestiegen war.
Da sich Hermannstadt an einer Wegeskreuzung befindet,
war die Stadt von Anfang an im Weg der eindringenden Völker.
So wurde sie bereits 1241 von den Tataren zerstört und
abgebrannt. Nur 100 Bewohner kamen mit dem Leben davon.
1432 gab es die erste türkische Belagerung der Stadt.
Im Jahre 1438 erwähnt Papst Eugen IV. Hermannstadt als
eine Verteidigungsbastion für das gesamte Christentum.
Das Unglück des ungarischen Königreiches im Jahre 1526
bei Mohács, die Besetzung der Hauptstadt Buda (1541) und
die Gründung des Fürstentums Siebenbürgen brachte die
sächsische Gemeinde ? und damit auch die Bewohner Hermannstadts
? in eine neue Situation, die eine zweiseitige Politik
erforderlich machte, mal im Sinne des Habsburgerreiches,
was den eigenen Interessen und Neigungen bedeutend näher
lag, mal pro-ottomanisch.
Aus diesen Gründen wurde die Stadt mehrfach belagert,
sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Dennoch
hat sich Hermannstadt immer seine Privilegien bewahrt.
Gleichzeitig begann mit Beginn des Jahres 1543 in der
sächsischen Gemeinschaft die Reformation, die von der
Gemeinschaft einheitlich übernommen wurde und zum Großteil
auch heute noch praktiziert wird.
Das Ende des 16. und der Beginn des folgenden Jahrhunderts
waren gekennzeichnet von militärischen Konflikten, die
auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Hermannstadts
beeinflussten. Zu nennen sind zunächst die Ereignisse
in Verbindung mit den Feldzügen von Mihai Viteazul (Michael
der Tapfere) und die Schlacht von Schellenberg (Selimbar)
(1599), die vor den Augen der Hermannstädter jenseits
der südlichen Stadtmauer stattfand.
Gleichzeitig mit dem Zurückdrängen der Türken durch die
Österreicher am Ende des 17. Jahrhunderts wurde Hermannstadt
zum Großfürstentum innerhalb des Habsburgerreiches. Die
Verwaltungsaufgaben wurden vom Gubern wahrgenommen, das
seinen Sitz zwischen 1692 und 1790 in Hermannstadt hatte.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ sich eine
neue Gruppe von Siedlern, die Landler, in Hermannstadt
nieder, genauer in Neppendorf. Sie kamen aus dem Salzburger
Land in Österreich. Allmählich wird auch die Anwesenheit
der rumänischen Bevölkerung immer lebendiger, so dass
Hermannstadt zur Mitte des 19. Jahrhunderts zum spirituellen
Zentrum auch der rumänischen Bevölkerung im Kampf um die
Gleichberechtigung wird. Im Rahmen des Kampfes um die
nationale Befreiung der Rumänen wird in Hermannstadt von
Simion Barnutiu das Manifest ?Erklärung für die Rumänen?
erstellt, das in Blaj vorgetragen wird. Ebenfalls in Hermannstadt
hat das ständige rumänische Nationalkomitee unter dem
Vorsitz des Bischofs Andrei Saguna seinen Sitz. 1863 beginnt
hier der Siebenbürgische Landtag seine Arbeiten und verabschiedet
das Gesetz über die Gleichberechtigung der rumänischen
Nation und ihrer Konfessionen.
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und das erste Viertel
des 20. Jahrhunderts sind von einer bisher nicht gekannten
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Hermannstadts
gekennzeichnet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Hermannstadt eine pulsierende
moderne Stadt: Sie ist die dritte Stadt des Österreichisch-Ungarischen
Reiches mit elektrischem Strom und die zweite mit elektrischer
Straßenbahn. Das erste Kino wird 1909 eröffnet und die
ersten öffentlichen Toiletten 1910.
Die städtische Entwicklung, der sich Hermannstadt zu Beginn
des 20. Jahrhunderts erfreut wird vom Ausbruch des Ersten
Weltkriegs unterbrochen. Nach Ende des Krieges und der
Vereinigung von Siebenbürgen mit Rumänien (1. Dezember
1918) sind folgende demographische Daten auszumachen:
1920 lebten in Hermannstadt 32.748 Einwohner und im Jahre
1925 waren es 44.643, davon 23.199 Deutsche.
Der Name der Stadt wurde 1919 offiziell in Sibiu gewechselt,
die Straßen erhielten rumänische Namen.
Im Jahre 1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, begann
die Deportation der Sachsen in die UdSSR. 2800 Personen
der deutschen Volkszugehörigkeit wurden deportiert, viele
sind nicht zurückgekehrt.
Das kommunistische System hat die alte Stadt mit kleinen
Ausnahmen unberührt gelassen und Hermannstadt wird 1968
Sitz des Kreises mit demselben Namen.
Am 21. Dezember 1989 begannen in Hermannstadt die antikommunistischen
Demonstrationen, die am folgenden Tag fortgesetzt wurden
und bei denen 89 Personen getötet sowie hunderte verletzt
wurden.
Hermannstadt war zeitlich gesehen nach Timisoara die zweite
Stadt, die sich gegen die kommunistische Diktatur erhoben
hat. |
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